Warum einen Dalmi?

oder der Weg, wie wir Angel bekamen...

oder was Angel ganz besonders macht...(Steckbrief + Dalmatiner-Besonderheiten)


Angels Weg zu uns

Schritt 1:

Als wir uns entschieden haben, dass ein Hund in unser Leben kommen soll, wussten wir noch nicht so recht was für einer es werden soll.

Ich habe mir dann viele Rasseportraits im Internet durchgelesen und blieb immer häufiger auf Seiten von Dalmatiner hängen. Besonders die zugeschriebene Eigenschaft, dass Dalmatiner besonders tolle Reitbegleithunde sind hat mich neugierig gemacht, da ich ja nun auch selber reite und es mir sehr schön vorstellen konnte, zusammen mit Hund und Pferd durch die Wälder zu streifen. Als ich dann weiterlas, dass sie sehr familienbezogen sind und kaum Jagdtrieb zeigen, war die Entscheidung schon so gut wie gefallen.

 

Schritt 2:

Nun machte ich mich also auf, einen Welpen zu suchen, der im August 2004 bei uns einziehen wollte. Ich fing in den Kleinanzeigen an stöbern und fand auch dubiose Anzeigen, wo man Welpen direkt bestellen kann, die dann sogar geliefert werden. Furchtbar so etwas, wie ein Versandhaus. Irgendwann bin ich dann auf der Homepage von dem Zwinger "Extra`s Edition" gelandet und siehe da, nach einer Emailanfrage war auch noch eine kleine braun-weiße Hündin zu vergeben. Aber braun- weiß? Nun ja, wir hatten noch nie einen braun weißen Dalmatiner gesehen und nahmen die Einladung gerne an, uns den Welpen mal anzuschauen. Nur mal gucken und dann bei anderen Züchtern vergleichen, war mein Motto.

Schritt 3:

Als wir dann am Gartenzaun von Martina und Uwe standen, kamen uns schon gleich ein riesiger schwarz-weißer Dalmi und eine kleinere, aber zähnefletschende braun-weiße Hündin entgegen. Wie wir gleich erfuhren, war das Zähnefletschen keineswegs böse gemeint, sondern das typische Dalmi-Grinsen (mehr dazu weiter unten im Text, einfach dem Link folgen) und tatsächlich freute sich Extra (die Hündin) sehr uns zu sehen. Beeindruckt hat mich gleich das seidenweiche Fell der Mama und die schönen brauen Tupfen. Braun sieht nicht so kontrasthart wie Schwarz aus, eben einfach schokoladiger (hmm). Und dann war es soweit, wir bekamen Angel auf den Arm gelegt. Wie ein wirklicher Hund sah die kleine Maus mit ihren drei Wochen  noch nicht wirklich aus, aber ich war natürlich gleich hin und weg und ebenso mein Motto (siehe Foto). Für mich stand sofort fest, dass dieses kleine Mäuschen unsere Angel werden sollte. Ich konnte es kaum abwarten ihr beim Wachsen zuzuschauen und sie wieder zu besuchen.

 

Schritt 4:

Als dann endlich der ersehnte Abholtag gekommen und zu Hause alles vorbereitet war, waren alle Zweifel weg, ob wir das auch wirklich mit einem Hund schaffen. Wir waren nur noch glücklich und freuten uns auf die inzwischen richtig gewachsene Angel (immerhin 5 Kilo schwer). Wir bekamen ein liebevoll gepacktes Welpenpaket mit nach Hause und natürlich das Versprechen, dass wir uns in allen Fragen an Martina wenden können, was wir auch nur zu häufig in Anspruch nehmen (danke schön, Nina).

  wieder hergeben? Niemals...

 

Rückblickend würde ich Hunde immer von privaten Züchtern empfehlen, da obwohl der Preis hoch scheint (ganz ehrlich, ich hab auch geschluckt, als ich den Preis erfahren habe), man sich doch sehr sicher sein kann, dass man einen gesunden Hund bekommt, der optimal die ersten 9 Wochen seines Lebens erlebt hat. Dazu gehören die ersten Impfungen, genauso wie eine Taubheitskontrolle. Außerdem ist die Betreuung durch einen Züchter, wie ja auch in unserem Fall, wirklich zuverlässig und man glaubt ja nicht, wie viele Fragen man plötzlich hat und welche großen Wissenslücken sich noch auftun, auch wenn man artig vorher Welpenbücher ohne Ende gewälzt hat. Natürlich ist Züchter nicht gleich Züchter, es gibt bestimmt auch ganz andere Erfahrungen, aber genau darum ist es ja so wichtig zu gucken, ob auch die Chemie zwischen den Menschen stimmt.
Denn dann bekommt man wahrscheinlich am ehesten einen Hund, der zu einem passt.

 


Steckbrief:

Ich heiße:

Extra Edition`s Angel, aber auch Wutz, Schnäppi, Made, Püppchen, Stinkmaus u.v.m.

Meine Herkunft:

Ich bin am 06.06.2004 als ein Sonntagshund in Hordorf bei Braunschweig zur Welt gekommen. Meinen Papa ( Rocca Al Mare Adirato) kenn ich nicht, dafür hab ich einen lieben Onkel (Drago) und eine ganz tolle Mama (Extra). Als Kleinste aus dem Wurf musste ich natürlich immer etwas mehr einstecken, aber dafür wurde ich auch viel häufiger im Pulli von Nina herum getragen als die Anderen- ätsch

Ich liebe es:

immer überall mit hin genommen zu werden, ChickenMcNuggets bei McDoof zu bekommen, meinen sabbrigen Kauknochen auf dem Schoß von Adam zu zerkauen, komische Grunzgeräusche zu machen, damit man mich wieder beachtet, wenn Besuch kommt, morgens richtig ausgiebig zu kuscheln, mich mit Hundekumpels in der Hundeschule oder privat zu treffen, am Stall nach Mäuschen zu suchen, wie verrückt an der Flexi-Leine zu ziehen

Ich hasse es:

wenn Fremde mir auf den Kopf fassen wollen, sich komische Labradore oder GoldenRetriever sich mir ungefragt nähern, ich auf nassen Rasen Platz machen soll

Ich bin:

ca. 53cm groß (jawoll groß) und halte ein schlankes Gewicht von um die 20 Kg.
sehr mutig und belle auch mal schnell, wenn ich es für nötig halte (oder auch nur mal einfach so zum Spaß, hihi).
sehr interessiert an anderen Tieren, besonders wenn sie vor mir weglaufen
eine kleine Fressmaschine, die für ein Leckerchen so gut wie alles tun würde
manchmal so richtig albern und versuche dann mit ausgefallenen Tricks und Körperbewegungen meine Leute zu motivieren



Dalmatiner-Besonderheiten

Natürlich kann ich nicht, weil ich nun einen Dalmi habe, sagen das alle Dalmatiner soundso sind. Das möchte ich auch nicht, sondern ich fand es interessant herauszufinden, welche typischen Eigenschaften auf Angel zutreffen und welche eben nicht.
Besonders reichhaltig informiert meiner Meinung nach das FAQ auf der
Drachstein-Seite über den Dalmatiner. Ein Klick lohnt sich auf jeden Fall.

Interessant fand ich bei meine gesamten Recherchen zum einem die nachgesagte Reserviertheit (Distanz) zu anderen Menschen, die gerade Dalmis zusammen mit einer rassetypischen Sturheit nachgesagt wird, oder auch das Dalmis häufig bissig sind.
Aber ich fand auch viel bezüglich des
Fells des Dalmatiners, was ja auf der einen Seite wunderbar pflegeleicht ist, dann wiederum furchtbar viele Haarborsten überall in Polstermöbel und Kleidung hinterlassen soll und man liest immer wieder etwas über die besondere Lauffreudigkeit von Dalmis.

Hier nun meine persönlichen Erfahrungen:

Diese drei ersten Vorurteile, wie ich sie mal nennen möchte, kann ich alle, bis auf den ersten Punkt ganz und gar wiederlegen. Bezüglich der Reserviertheit ist bei Angel zu erkennen, dass sie sich bei Menschen, die sie von klein auf kennen gelernt hat (Stallgemeinschaft, Freundesclique, Familie, Hundeplatzmenschen etc) keineswegs distanziert verhält und sich immer sehr freut, diese zu sehen. Bei Personen, die sie nicht kennt und auch merkt, dass ich keine Beziehung zu habe (wie zum Beispiel die nette Dame von der Fressnapfkasse) weicht sich den Händen bestimmt aus, wedelt aber dabei beschwichtigend mit dem Schwanz, also unfreundlich ist sie dabei nicht! Ich sehe das sogar als einen Vorteil von meinem Hund, dass er sich nicht jedem an die Backe schmeißt und gestreichelt werden will, aber ich denke, diesbezüglich ist die Spannbreite bei Dalmis genauso groß wie bei anderen Hunderassen. Es zeigt halt auch nur noch mal, wie wichtig es für einen Welpen ist, möglichst viel in den ersten 16 Lebenswochen zu erfahren und kennen zu lernen. Bei uns in der Familie ist Angel sehr anhänglich und verschmust. Man würde nicht glauben, dass das der selbe Hund ist, der sich so katzenartig an einen herankuscheln kann und am liebsten mit unter die Decke kriecht, um möglichst viel Hautkontakt zu haben. Es fehlt wirklich nur noch, dass sie irgendwann zu schnurren anfängt (schnarchen und grunzen kann sie schon wie ein Weltmeister!). Ich kann sie sogar einfach auf den Schoß heben und sie bleibt im Arm liegen und lässt sich ewig lang knuddeln (und dass obwohl sie 20kg wiegt und 54cm hoch ist). Mein kleines Schoßhündchen eben...

Das gleiche gilt dann auch für die besagte Sturheit der Dalmis. Ich nehme an, dass dieses Vorurteil einfach seinen Ursprung darin hat, dass früher die tauben Dalmatiner nicht als solche erkannt wurden und eben aus diesem Grund nicht reagiert haben, wenn Herrchen im Nebenzimmer ruft. Außerdem würde ich jedem Hund einfach mal wie uns Menschen auch eine Grundsturheit attestieren. Es liegt dann am Herrchen diese mit Lob, Motivation und Spaß zu überwinden und bei Angel klappt es doch immer wieder überraschend gut. Was ich auch schnell gemerkt habe ist, dass man bei Angel mit einem harten Ton und körperlicher Einwirkung nicht weit kommt. Auch etwas, was man immer wieder über Dalmis liest.
Am besten funktioniert unsere Kommunikation durch eindeutige Gesten und freundliche, aber deutliche Kommandos von mir (außer das Pfui, was auch mal strenger über die Lippen rutscht, je nach dem, was sie gerade wieder ins Maul bekommen hat).

Mit der nachgesagten Bissigkeit verhält es sich meiner Meinung nach genauso. Kein Hund hat ein böses Gen in sich, dass ihn zum Beisser macht, sondern die Umstände und das Herrchen sind der Grund. Bei Dalmatinern kann ich auch wieder nur annehmen, dass es ein Gerücht ist, welches seinen Ursprung auch wieder vor langer Zeit bei den unerkannten tauben Dalmis findet. Ein Hund der nicht hört, erschrickt sich nun mal schneller, wenn er plötzlich von hinten angefasst wird.

Auf jeden Fall auf Angel zutreffend sind Aussagen, dass der Dalmi ein Laufhund ist, der viel draußen sein möchte, aber in der Wohnung sehr unauffällig ist. Angel steht, wie es sich für einen guten Studentenhund ja auch gehört, eigentlich immer als letzte auf und nur um sich in ihr Körbchen zu schleppen und wirklich ruhig bis zur letzten Minute liegen zu bleiben. Erst wenn ich die Haustür aufmache, ist sie nach einmal strecken und grunzen putzmunter und wir können einen schönen, langen Morgenspaziergang machen. Danach muss sich natürlich auch erst einmal wieder ausgeruht werden, was mir ja sehr liegt, da ich ja auch noch andere Dinge zu erledigen habe. Erst am Nachmittag will Angel wieder Action haben...

Eine weitere Sache die auf Angel zutrifft sind die vielen
Haaren in Klamotten und Möbeln. Auch wenn man meint, dass sind doch so schön kurzhaarige Hunde, haaren sie trotzdem das ganze Jahr über durch. Allerdings ist das für uns kein wirkliches Problem, weil wir einen guten Staubsauger haben und die Haare von Pulli und Hose lassen sich auch immer ganz leicht wieder abklopfen. Es ist wirklich toll, wie selbstreinigend das Fell von Angel ist. Selbst Matschpfoten sind meist zum Ende des Spaziergangs wieder von alleine sauber gelaufen. Wir hatten es nur ein paar Mal, dass wir sie in die Wanne stellen mussten und kurz mit lauwarmen Wasser abgespült haben. Das war aber superfix erledigt und Angel schnell wieder trocken (der Goldenretriever, der mit ihr im Matsch gespielt hat, sah um Ecken schlimmer aus und musste wohl doch etwas länger geschrubbt werden, hihi).

Eine weitere Eigenart der Dalmatiner ist das besagte "Dalmi-Grinsen", obwohl dies nicht nur bei den Damlatinern vorkommen soll, sondern auch von andere Rassen praktiziert wird. Bei den Damils tritt es aber wohl sehr deutlich und häufig auf. Angels Geschwister haben alle von klein auf angefangen zu grinsen, nur unsere Angel nicht, egal wie sehr sie sich gefreut hat. Erst jetzt mit knapp 11 Monaten zieht sie immer mehr die Leftzen hoch und zeigt ihre kleinen, weißen Zähnchen, wenn wir nach längerer Abwesenheit wieder nach Hause kommen. Es hat etwas sehr charmantes, wie ich finde, aber ich kann mir auch nur zu gut vorstellen, wie häufig man bei einem Viel-Grinser den Leuten erklären muss, dass es keinesfalls aggressiv gedeutet werden darf, sondern eine Geste der Freude ist. Nun ja, das Problem haben wir ja bei Angel nicht, da sie (zur Zeit) nur für uns grinst! Vielleicht schaffe ich es ja mal ein Foto davon zu machen, aber ich hab mir sagen lassen, dass das doch recht schwer ist, weil der ganze Hunde ja vor Freude mit wackelt. Aber für die die einen grinsenden Dalmi sehen wollen und mehr dazu lesen möchten, kann ich nur wieder das FAQ der Drachensteinseite empfehlen oder mal die Hunde-Forum zu diesem Thema zu durchforsten.

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aktualisiert 24.04.05